BEI MAGENPROBLEMEN RICHTIG FÜTTERN

Tipps und Tricks für die tägliche Futterzubereitung

Was rumpelt und pumpelt da in meinem Bauch? Diese Frage stellt sich nicht nur der „böse“ Wolf im Märchen von Rotkäppchen. Während im Märchen Steine die Verursacher sind, haben heute zunehmend viele Hunde Probleme mit der Verdauung, obwohl sie ansonsten gesund erscheinen. Ältere Hunde oder Hunde mit verschiedenen Gesundheitsproblemen (u.a. Nierenerkrankungen, schmerzhafte Arthrosen) haben oft zu wenig Appetit und fressen mäkelig. Stress kann ebenfalls dazu führen, dass Verdauungsprobleme und Appetitmangel auftreten. Dies kann vor allem bei kleinen Hunderassen - mit ihrem auf das Körpergewicht bezogen relativ hohen Energiebedarf - zu einer gesundheitlich-energetischen Abwärtsspirale führen. In solchen Situationen ist nicht nur die richtige Fütterung, sondern auch die Art der Futterzubereitung von Bedeutung und kann rasch Abhilfe schaffen.

Empfindlicher Magen – was tun?

Wenn Ihr Hund einen empfindlichen Magen hat, können Symptome wie Aufstoßen, Erbrechen oder Appetitlosigkeit auftreten. Nicht immer erbrechen die Hunde das Futter unmittelbar nach der Futteraufnahme, in vielen Fällen zeigen sie nach dem Fressen jedoch ein deutliches Unwohlsein mit Hecheln, Unruhe, Schlecken oder vermehrtem Schlucken.

Treten die genannten Symptome auf, dann ist zunächst eine tierärztliche Untersuchung notwendig. Diese sollte eine gründliche internistische Abklärung beinhalten. Mittels einer solchen internistischen Untersuchung einschließlich Blutuntersuchung, Röntgen/Ultraschall und Urinuntersuchung wird zunächst differenziert, ob der Magen die eigentliche Ursache ist, oder ob andere Erkrankungen sekundär den Magen in Mitleidenschaft ziehen. Diese Unterscheidung ist sehr wichtig, damit die richtigen therapeutischen Maßnahmen eingeleitet und dem Hund rasch und gezielt geholfen werden kann. Besonders - aber nicht nur - bei jungen Hunden, sollte ein gastrointestinaler Fremdkörper unbedingt ausgeschlossen werden! Nicht immer muss aber sofort eine Magenspiegelung durchgeführt werden.

In vergangenen Zeiten wurde häufig ein spiralförmiges Bakterium (Helicobacter) für ansonsten unerklärliche Magenprobleme verantwortlich gemacht. Das Bakterium wurde mit einem Bluttest nachgewiesen und im positiven Fall mit einem Antibiotikum behandelt. Inzwischen haben wissenschaftliche Untersuchungen jedoch gezeigt, dass Helicobacter beim Hund keine Magenprobleme verursachen.

Ist der Magen direkt betroffen, so kann eine Ultraschalluntersuchung zeigen, ob und welche Veränderungen vorliegen. Gleichzeitig kann die sog. Motilität, d.h. die Bewegung des Magens und des Darms, eingeschätzt werden. Dies ist sehr aufschlussreich und wichtig für die Behandlung.
Nach Ausschluss sekundärer Ursachen für die Übelkeit werden bei primären Magenproblemen häufig Medikamente verordnet, etwa Omeprazol. Neuere Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass Omeprazol nur kurzfristig gegeben werden sollte, da ein gewisser Prozentsatz der Hunde bei längerer Gabe mit einer Verdickung der Magenwand reagiert. Bei Bedarf können andere Säureblocker, etwa Ranitidin oder auch weitere alternative Präparate, helfen, die über einen längeren Zeitraum gegeben werden können und die gereizte Magenwand über die Zeit wieder beruhigen. Naturheilkundliche Mittel, etwa Nux vomica, können die Heilung dabei unterstützen.

Eine häufige Ursache für Magenprobleme mit Erbrechen besonders bei jungen Hunden ist die Aufnahme eines Fremdkörpers. Links das Röntgenbild – und rechts die Ursache, eine zerkaute Flip-Flop-Sandale. (Foto: © Dr. Birgit Leopold-Temmler).

Fütterung und Fütterungsmanagement bei empfindlichem Magen und Appetitlosigkeit

Die richtige Fütterung ist bei Hunden mit einem empfindlichen Magen entscheidend wichtig. Das Fütterungsmanagement bildet dabei die Grundlage für jegliche weitere Behandlung einer Gastritis (Magenschleimhautentzündung).

Ein besonders wichtiges Kriterium ist dabei zunächst die Verdaulichkeit des Futters. Die Futterbeschaffenheit spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Ebenso wichtig sind die Schmackhaftigkeit und der Geruch des Futters, vor allem bei Hunden mit schlechtem Appetit.

Bei Hunden mit Übelkeit und schlechtem Appetit ist ein Futterwechsel dringend anzuraten, da die Hunde das vorherige Futter mit der nach dem Fressen aufgetretenen Übelkeit assoziieren. Den Hunden geht es also genau wie uns, wenn wir uns den Magen mit einem bestimmten Nahrungsmittel verdorben haben.

Die Übelkeit sollte anfangs unbedingt medikamentös bekämpft werden, damit das neue Futter nicht erneut zu Unwohlsein führt.

Für die Fütterung magenkranker Hunde wird empfohlen:

  • Ein leicht verdauliches Futter mit hoher Schmackhaftigkeit und attraktivem Aroma/Geruch
  • 3-5 kleine Mahlzeiten
  • Anwärmen des Futters (z.B. in der Mikrowelle) zur Verbesserung von Schmackhaftigkeit, Aroma und Verträglichkeit
  • Initial flüssiges Futter (das die o.g. Kriterien erfüllt).

Tipp: Wärmen Sie das Futter für Ihren Hund auf, es entfaltet dann ein attraktiveres Aroma (z.B. GimDog Little Darling Fruity Menu). Das wirkt nicht nur appetitanregend, sondern das angewärmte Futter ist auch magenschonender.

Futtermittelunverträglichkeit und Futtermittelallergie

Bei manchen Hunden kann die Ursache des empfindlichen Magens auf einer Futtermittelunverträglichkeit beruhen. Hierbei sind in der Regel einzelne Futterkomponenten der Auslöser. Im Gegensatz zur Futtermittelallergie ist bei der Futtermittelunverträglichkeit das Immunsystem vermutlich nicht aktiviert. Bei echten Futtermittelallergien treten in den allermeisten Fällen Symptome wie Juckreiz, Ohrenentzündungen (oft einseitig), Dermatitis und Entzündungen der Analbeutel auf, während die Futtermittelunverträglichkeit lediglich Magen-Darm-Symptome auslöst. Bei der Futtermittelallergie sind besonders bei jungen Hunden unter einem Jahr ein gerötetes, juckendes Ohr oder auch „Schlittenfahren“ die ersten Indizien für eine Futtermittelallergie. Die Diagnose erfolgt am besten über eine Ausschlussdiät. Bluttests werden zwar angeboten, sie sind aber aus wissenschaftlicher Sicht nicht eindeutig.

Bei Verdacht auf eine Unverträglichkeit als Ursache für die Magenprobleme sollte daher eine sog. Ausschluss- oder Eliminationsdiät gefüttert werden. Diese enthält eine bislang noch nicht gefütterte Proteinquelle und eine ebenfalls bislang noch nicht gefütterte Kohlenhydratquelle.

Ansonsten sind die bereits aufgeführten Empfehlungen und Tipps zum Fütterungsmanagement auch bei Hunden mit einer Futtermittelunverträglichkeit ratsam. Interessant ist, dass viele Hunde mit Futterunverträglichkeiten die o.g. flüssigen Fertigmahlzeiten auf Milchbasis in den allermeisten Fällen gut vertragen.

Fazit

Magenprobleme sollten in jedem Fall tierärztlich-internistisch abgeklärt werden. Ist der Magen gereizt bzw. liegt eine Gastritis vor, dann ist eine Futterumstellung und die Fütterung mehrerer kleinerer Mahlzeiten am Tag die wichtigste Maßnahme für die Ausheilung. Das Anwärmen der Mahlzeiten hat einen doppelt positiven Effekt: der Appetit wird angeregt, und der empfindliche Magen wird zusätzlich geschont (z.B. mit GimDog Little Darling Fruity Menu). Bei der Auswahl des Futters sollte man auf eine besonders leichte Verdaulichkeit achten.

Nicht zuletzt sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass der Hund keinem unnötigen Stress ausgesetzt ist. Während der Genesungsphase ist Schonung angesagt! Es sollten keine zu langen Spaziergänge unternommen oder zu lange getobt werden, stressige, den Hund belastende Situationen (Hundeschule, Sport etc.) sollten gemieden werden, bis der Magen sich wieder erholt hat. Eine naturheilkundliche Behandlung (z.B. mit Bachblüten oder einem pflanzlichen Präparat; in allen Tierarztpraxen erhältlich!) reduziert Stress auf natürliche Weise und bewirkt, dass der u.a. auch durch die Magenprobleme gestresste Hund „herunter kommt“.